Präeklampsiescreening

Präeklampsie ist eine Erkrankung in der Schwangerschaft, die bei ca. 6-8 % aller Schwangerschaften auftreten kann. Die Symptome bestehen im Auftreten eines Bluthochdrucks (Hypertonie) und  Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie). Meist liegt eine eingeschränkte Durchblutung der Plazenta, des Mutterkuchens vor, welche zu vermindertem Wachstum beim Kind führen kann.
Die Präeklampsie ist eine der häufigsten Ursachen für mütterliche und kindliche Komplikationen in der Schwangerschaft und im Wochenbett. Risikofaktoren für eine Präeklampsie können sein:
•    Präeklampsie in einer vorangegangenen Schwangerschaft
•    Übergewicht
•    Diabetes
•    Familiäre Belastung
•    Alter über 40 Jahre
•    Rauchen
Aufgrund der Beachtung dieser Risikofaktoren lassen sich jedoch nur ca. 30 % der Fälle voraussagen.
Alternativ lassen sich durch einen Ultraschall und eine Blutabnahme in der 12.-14. Schwangerschaftswoche sowie Erfassung der Risikofaktoren 80-90 % der Schwangeren, die eine frühe Präeklampsie und ca. 35 % der Schwangeren, die eine Spätform der Präeklampsie entwickeln werden entdecken.  Hierbei wird ihr individuelles Risiko berechnet.


Ultraschalldiagnostik

Die Untersuchung erfolgt mittels Ultraschall von der Scheide (Vaginalsonographie) und über die Bauchdecken. Sie kann zwischen der 11+0 und 13+6 Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Hierbei wird neben einer detaillierten Betrachtung des Kindes die Durchblutungsmessung der Gebärmutterarterien durchgeführt.


Blutdruckmessung

Notwendig für die Erfassung des individuellen Risikos ist eine Blutdruckmessung, die mehrfach an beiden Armen durchgeführt wird.


Blutuntersuchung

Neben dem Plazentaprotein PAPP-A wird noch der plazentare Wachstumsfaktor (PlGF) im Blut der Schwangeren bestimmt.  Abweichungen von der Normalverteilung liegen zum Beispiel bei Störungen der Einnistung der Plazenta vor und können damit zur Risikoabschätzung verwandt werden.
 Das Präeklampsiescreening ist eine statistische Methode, das heißt es erfolgt hier ein Abschätzen der Wahrscheinlichkeit, ob bei der untersuchten Schwangeren ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer frühen oder späten Präeklampsie vorliegt. Ein auffälliges Ergebnis heißt hierbei nicht, dass die Erkrankung zwangsläufig auftreten muss, aber die Häufigkeit der Kontrollen im Schwangerschaftsverlauf kann dem Ergebnis angepasst werden.