Krebsvorsorge

Die Vorsorge ist ein wesentlicher Bestandteil der Aufgaben eines Frauenarztes. Durch die Vorsorge in der Frauenarztpraxis AGZ bietet sich die Chance, Veränderungen im Bereich der Genitalorgane und der Brust frühzeitig zu erkennen. Die Voraussetzung hierfür ist eine regelmäßige Teilnahme an den von Ihrer Kasse vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen.

Die Krebsvorsorgeuntersuchungen beinhalten:

•    Die Erfassung der Eigen- und Familienkrankengeschichte.
•    Blutdruckmessung
•    Die Beurteilung des äußeren Genitale und nachfolgend die Inspektion der Scheide und des Muttermundes mit einem sogenannten Spekulum.
•    Ein Vorsorgeabstrich von Zellen des Gebärmutterhalses (Pap-Abstrich) ergänzt die Untersuchung des Muttermundes.
•    Eine gynäkologische Tastuntersuchung kann Aufschluss über Veränderungen der Gebärmutter, Eierstöcke sowie der Beckenorgane geben.
•    Die Abtastung der Brust und der Achselhöhlen ergänzt die Krebsvorsorgeuntersuchung ab dem 30. Lebensjahr.
•    Ab dem 50. Lebensjahr ist eine Tastuntersuchung des Enddarmes und eine Blutdruckmessung, Urinuntersuchung und ein Stuhltest vorgesehen.

Vorsorgeempfehlungen

Als Schlussfolgerung hieraus empfehlen wir Ihnen folgende vorbeugenden Untersuchungen:

1.    Tastuntersuchung der Brust durch den Gynäkologen alle 6 Monate
2.    Selbstuntersuchung durch Sie selbst 1x im Monat
3.    Mammographie in regelmäßigen Abständen, je nach Ausgangsbefund und Alter
4.    Ultraschalluntersuchungen der Brust, auch  als Ergänzung zur Mammographie und als Methode der Wahl bei Frauen vor dem 40. Lebensjahr


Alle diese Untersuchungen können den Brustkrebs nicht verhindern, ihn jedoch so früh wie möglich feststellen. Durch die Mammographie können kleinste, noch nicht tastbare Knoten oder Mikrokalk festgestellt werden. Neben einer eventuell erfolgten Röntgen-untersuchung stellt die Ultraschalluntersuchung der Brust eine sinnvolle Ergänzung der Früherkennung dar. Nicht alle Befunde sind in der Mammographie oder im Brustultraschall sichtbar. Daher ist es sinnvoll, zur optimalen Abklärung beide Untersuchungen durchzuführen.


Die gesetzliche Vorsorgeuntersuchung, wie sie von der Krankenkasse bezahlt wird, beinhaltet zwar die Tastuntersuchung der Gebärmutter und der Eierstöcke, die der Brustdrüsen jedoch erst ab dem 30. Lebensjahr und die des Enddarms erst ab dem 50. Lebensjahr.


Für die Früherkennung des Brustkrebses – der häufigsten Krebserkrankung der Frau – ist neben der regelmäßigen Selbstuntersuchung der Brust eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll, unabhängig vom Alter der Frau.


Um Ihre persönliche Vorsorge optimal zu gestalten, sollte spätestens ab dem 40. Lebensjahr nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Senologie neben der Tastuntersuchung noch die Ultraschalldiagnostik hinzugezogen werden.

Krebsvorsorge mit Ultraschall

Ultraschall von Gebärmutter und Eierstöcken als Ergänzung zur Krebsvorsorge

Der Eierstockskrebs macht erst im fortgeschrittenen Stadium Beschwerden. Dies ist der Grund, warum bei Diagnosestellung ca. 70% der Patientinnen in diesem Stadium III sind. Durch die Tastuntersuchung können keine Frühbefunde festgestellt werden. Nur durch den vaginalen Ultraschall können die Eierstöcke in Form, Lage und Struktur genau untersucht und damit Frühbefunde eventuell sichtbar gemacht werden.

Zusätzlich wird damit Ihre Gebärmutter genauer untersucht. So können z.B. Veränderungen an dem Muskel (sog. Myome) oder in der Gebärmutterschleimhaut (Wucherungen bis Schleimhautkrebs) besser beurteilt werden.  Ebenso können die Konturen der Blasenschleimhaut verfolgt und hier beschwerdefreie Frühbefunde diagnostiziert werden. Zusammenfassend ist die Ultraschalluntersuchung eine gute diagnostische Methode, Frühbefunde im Bereich des inneren Genitales zu finden.

Krebsvorsorge: Blase

Blasenkrebs-Früherkennung

Das Blasenkarzinom ist eine relativ häufige Krebserkrankung und steht nach dem Prostatakarzinom mit 34% an zweiter Stelle der häufigsten urologischen Tumore. Männer sind dreimal so häufig betroffen wie Frauen. In den letzten 20 Jahren wurde eine stetige Zunahme der Blasenkrebsfälle beobachtet, die leider u. a. auch durch das vermehrte Rauchen gefördert wurde.

Risikofaktoren
Gefährdete Gruppen sind Raucher, Arbeiter in chemischen Betrieben und Patienten mit lang andauernder Schmerzmittelmedikation. Krebserregende Stoffe können mit der Haut oder der Atemluft aufgenommen und über den Urin ausgeschieden werden. Auch das Haare färben wird mit Blasenkrebs in Verbindung gebracht. Chronische Entzündungen der Blase und Harnabflussstörungen begünstigen ebenfalls die Entstehung von Blasentumoren.

Symptome und Warnsignale
Sichtbares Blut (Makrohämaturie) im Urin ist das häufigste Erstsymptom eines Blasentumors. Jede schmerzlose Blutbeimengung im Urin (Hämaturie), auch wenn sie nur ein einziges Mal auftritt, ist ein ausgeprägtes Indiz für einen Tumor. Die Untersuchung des Harns auf Blutspuren sollte bei Personen mit erhöhtem Risiko ab dem 40. Lebensjahr durchgeführt werden. Ebenso sind immer wiederkehrende Blasenentzündungen, Brennen beim Wasserlassen, gesteigerter Harndrang und Stechen nach der Blasenentleerung Anzeichen einer Tumorerkrankung. Die Beschwerden einer Blasenentzündung können auch Symptome eines Blasentumors sein. Es muss eine urologische Abklärung erfolgen.

Diagnose und Früherkennung
Ein einfacher Urintest kann die Früherkennung von Blasenkrebs hierbei wesentlich verbessern. Der Urintest weist das von den Krebszellen produzierte Eiweiß NMP22 nach.. Eine rechtzeitige Diagnose des Tumors und eine entsprechende Therapie tragen entscheidend zur Überlebensrate des

Patienten bei. Blasentumore haben eine hohe Rückfallhäufigkeit (bis zu 70%), deswegen sind verschiedene Kontrolluntersuchungen nach einer Operation von entscheidender Bedeutung zur Rezidiverkennung.

NMP22TM
Der Tumormarker ist ein von der FDA (U.S. Food and Drug Administration) – neben Therapieüberwachung – auch für Screeningzwecke zugelassener Test auf Karzinome urothelialen Ursprungs. NMP22TM ist damit nach dem PSA-Test weltweit der zweite Tumormarker, der wegen erwiesener diagnostischer Bedeutung die FDA-Zulassung für diese Indikation erhielt.

Krebsvorsorge: Immunologischer Stuhltest

Die Untersuchung des Stuhls auf okkultes (verborgenes) Blut ist eine wichtige und bewährte Krebs-Früherkennungsmaßnahme, denn Veränderungen im Dick- und Enddarmbereich gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen in unserem Kulturkreis.

Andererseits sind die Heilungschancen außerordentlich gut, wenn diese Erkrankungen frühzeitig festgestellt werden, und meist lässt sich lange vor dem Auftreten erster Beschwerden Blut im Stuhl nachweisen.

Der herkömmliche, von den Krankenkassen vorgesehene Stuhltest (Hämoccult) ist sehr störanfällig. Durch bestimmte Nahrungsmittel kann das Testergebnis verfälscht werden. Die Erkennungsrate von bösartigen veränderungen liegt damit nur bei maximal 30%.

Der immunologische Stuhltest bietet gegenüber den bekannten Testbriefchen einige Vorteile:

•    er spricht auf geringere Blutspuren an, so dass ein Karzinom früher auffallen kann, eventuell auch schon Vorstufen entdeckt werden
•    es können auch höher gelegene Blutungsquellen im Dünn- und Dickdarmbereich erfasst werden
•    vor der Stuhlgewinnung muss keine besondere Diät beachtet werden